Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hajj)

Freitagspredigt vom 02.07.2021

 

Vor kurzem ist die Zeit der Hajj, der islamischen Pilgerfahrt geendet. Die Hajj ist eine Lehre für Muslime. Sie ist sozusagen eine Generalprobe für den Tag der Auferstehung.

Der Koran sagt uns, dass wir in diesen Tagen Allah taala besonders viel gedenken sollen. Man kann nach Vollendung der Hajj noch zwei oder drei Tage vor Ort bleiben, beides ist erlaubt, solange man Allah taala fürchtet. Man bereitet sich bei der Hajj auf den jüngsten Tag vor.

Man soll sich zu Beginn der Hajj von allem weltlichen trennen, indem man in den Ihram-Zustand eintritt. Man trägt die ganze Zeit einfache Kleidung, weil man bei der Beerdigung auch nur in ein Leichentuch eingewickelt wird. Bei der Beerdigung wird
der Muslim von drei Dingen begleitet: von seiner Familie, seinem Vermögen und von seinen Taten, seien sie gut oder schlecht. Aber nur die Taten begleiten ihn direkt ins Grab, alles andere wird ihn wieder verlassen.

Unsere Lebenszeit in dieser Welt ist begrenzt, wenn der Todesengel Malik-ul-Maut zu uns kommt gibt es keinen Aufschub mehr. Daher müssen wir stets die Grenzen Allahs einhalten, ja, wir sollten noch nicht mal in ihre Nähe kommen.

Die Pilger lernen bei der Hajj diese Grenzen einzuhalten. Zu Beginn sagen sie: „Labbaik, Allahumma labbaik“, was soviel bedeutet wie „Allah hier bin ich, Dir widme ich mein Leben“. Als Muslime sollten wir die Gebote Allahs als Bereicherung
ansehen und nicht als Last. Das Gebet ist z.B. eine Erholung vom Alltag. Manche Nicht-Muslime meditieren um abzuschalten, und ein Muslim hat dafür das Gebet. Die Tatsache, dass der Genuss von Alkohol für Muslime verboten ist, ist eine Gnade für uns, da Alkohol bekanntlich schädlich für die Gesundheit ist.

Die Hajj-Zeit beginnt am 9. Tag des islamischen Monats Dhul-Hijja, dem Tag von Arafat. Der Berg Arafat liegt außerhalb des Haram-Bezirks in Mekka. Danach geht es nach Hudhaifa und schließlich nach Mina.

Jeder Muslim sollte sich von seinen Sünden trennen und bereuen. Der Prophet, sallAllahu aleihi wa Selam, bat Allah taala 100 mal am Tag um Vergebung durch Istighfar, d.h. das Sprechen von Astghfirullah wa atubi ilai. Laut Koran ist derjenige erfolgreich, der seine Seele reinigt und der Verlierer ist der, der sündigt.

Am Opferfest findet die dritte Säule der Hajj statt, die symbolische Steinigung des Scheitan. Die Steile werden gegen eine Säule geworfen. Dieses Ritual geht auf den Propheten Ibrahim, aleihi Selam, zurück, der den Teufel mit Steinen bewarf, als dieser ihn davon abhalten wollte, seinen Sohn für Allah taala zu opfern.

Ibrahim, aleihi Selam sieht im Traum, wie er seinen Sohn Ismael opfert und erzählt es ihm. Ismael sagte ihm, er solle den Auftrag ausführen, er werde geduldig bleiben. Als Ibrahim, aleihi Selam, das Schwert nimmt, liegt ein Schaf anstelle seines Sohnes da, welches er opfern soll. So prüfte Allah ihn, ob er bereit ist, alles für Ihn zu opfern. Das Umrunden der Kaaba, der Tawwaf, erfolgt gegen den Uhrzeigersinn. Die Wanderung zwischen den Bergen Safa und Marwa sind Zeichen für die Geduld von Ibrahims Frau Hajjar. Ibrahim, aleihi Selam, ließ sie auf Allahs Befehl hin drei Tage dort mit einem kleinen Kind und sie war geduldig und vertraute auf Allah. Auf der Hajj werden nach jedem Gebet sieben Steine geworfen.

Die Menschen sollen nicht den Fußstapfen des Satans folgen, wie uns der Koran lehrt. Laut einem Hadith nimmt Allah taala unsere Reue bis zum letzten Atemzug vor unserem Tod an.

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