Zum Sinn des Lebens

Freitagspredigt vom 20.08.2021

Im Koran in Sure 67, Vers 2 spricht Allah taala über den Sinn des Lebens. Er sagt: „Er hat den Tod und das Leben erschaffen um zu prüfen, wer die besten Taten begeht (…).“ Das Leben ist somit eine Prüfung für die Menschen, denn man lebt nicht ewig.

Der Prophet Nuh (Noah), Friede sei mit ihm, machte etwa 950 Jahre lang Dawa, d.h., er lud die Leute zur Religion ein. Trotzdem sagte er, diese Welt sei für ihn nur wie ein Haus, in das man einmal rein und dann wieder raus geht.

Der Prophet Mohamed, sallAllahu aleihi wa Salam, sagte oft, dass der Tod jeden Moment kommen könnte. Daher sollen wir oft an den Tod, den man auch „Zerstörer der Genüsse“ nennt, denken und sich darauf vorbereiten.

Allah taala sagt im Koran, jede Seele muss den Tod kosten. Er betont dies deshalb, weil die Menschen ihn oft vergessen und sorglos vor sich hin leben. Der Mensch lebt auf der Erde um geprüft zu werden und viele gute Taten zu verrichten. Diese Tatsache verstehen viele Menschen aber nicht. Wir sind praktisch wie Schüler; wenn wir klug sind, nutzen wir unsere Zeit gut. Wenn wir den Sinn des Lebens aber nicht verstanden haben, bekommen wir im übertragenden Sinne eine sechs als Note.

In Sura 76, Vers 1 sagt Allah taala, dass es mal eine Zeit gab, in welcher der Mensch nichts nennenswertes war. Ein Mensch muss die Zeichen des Universums verstehen und darf sie nicht ignorieren.

Weiter erwähnt Allah taala in Sura 89, dass viele Menschen denken, dass Allah sie liebt, wenn er ihnen viele materielle Güter gibt. Wenn der Mensch aber weniger bekommt, meint er oft, Allah taala möchte ihn erniedrigen. Dabei ist Reichtum nur eine Prüfung und ein vorübergehender Genuss und sagt nichts über die Stellung eines Menschen bei Allah aus.

In einem Hadith sagt der Prophet, sallAllahu aleihi wa Salam: “Wie wunderbar ist die Angelegenheit des Gläubigen, denn seine Angelegenheiten sind alle gut, und dies gilt für keinen außer den Gläubigen.  Wenn ihm etwas Gutes passiert, ist er dafür dankbar und das ist gut für ihn.  Wenn etwas Schlechtes passiert, dann erträgt er es mit Geduld und das ist gut für ihn.”  [Sahih Muslim]

Am meisten wurde die Propheten selber geprüft, danach diejenigen, die ihnen im Glauben am nächsten sind und immer so weiter. Das heißt, je stärker der Glaube eines Menschen ist, umso größer ist auch seine Prüfung.
Bei den guten Taten muss die Absicht stets aufrichtig sein. Die Taten müssen immer korrekt vollbracht werden und nur für Allah taala und nicht für jemand anderes. Wer auf Allah taala und den jüngsten Tag hofft, soll stets an Ihn denken und viele gute Taten vollbringen.

Bei allen Propheten waren die Taten aufrichtig. Es gibt sieben Personengruppen, die am jüngsten Tag im Schatten von Allah taala stehen. Einer davon ist ein Mensch, der sein Geld so gespendet hat, dass seine linke Hand nicht sieht, was seine rechte Hand tut. Das heißt, er hat das Geld nur gespendet, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, und nicht, um von den Menschen gesehen zu werden. Man muss immer VOR jeder Tat an seine Absicht denken.

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